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Archive für Oktober 2008
23.10.2008 von Caroline Burkart.
Worte sind
die Muster
unser Geist
der Webstuhl
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Gesangsstunde
15.10.2008 von Caroline Burkart.
Hab der gelben
Gummiente die Haut
über die Ohren gezogen
und der Geisha den
blauen Kimono geliehen
bin über die Falten
des Mopses
meiner Nachbarin
gestolpert
hab mich mit den letzten
Sonnenstrahlen bemalt
und bin vor Freude über die
Flaschenböden
der Whiskyfässer
gesprungen
hab mich mit
den Eichhörnchen
auf eine Nuss
unter den Blättern
der großen Buche getroffen
und später leuchtete
mir dann blutrotgelb
das Pfaffenhütchen
auf meinem Weg
gegen den Strom
nach Hause
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Weltwirtschaftskrise
11.10.2008 von Caroline Burkart.
Leere Tassen
friedlich umsäumt
von den Krümeln
genussvoll verzehrten
Kuchens
Lippenstiftspuren
krönen
Sektgläser
- mal wieder
entrüstet
der Weltpolitik
eine Harke
gezeigt
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Homage an Berta Benz oder: Wie man mit Mut und Pioniergeist die Welt verändern kann….und warum ich mein Auto liebe
8.10.2008 von Caroline Burkart.
Heute morgen fahre ich mit meine 20 Jahren alten Benz auf der Autobahn von Lahr nach Achern. Ich freue mich an meinem soliden Auto an dem gleichmäßigen Rattern des Motors und an meiner sicheren Mobilität.
Da höre ich im Radio den Namen Berta Benz fallen und folgende Geschichte :
5. August 1888, im Morgengrauen in der Mannheimer Waldhofstraße. Berta Benz,
die Ehefrau des Auto- Erfinders schleicht sich im Morgengrauen, als alles noch seelig schläft mit ihren beiden Söhnen aus dem Haus. Sie wollen nach Pforzheim fahren zur Großmutter.
Außer Hörweite des Hauses kurbelt sie den Motor des 1-Zylinder-4-Takt Motores an.
Jeder einzelne Takt des Benz-Patent-Motorwagens ist zu hören. Mit seinen 1,5 PS
Kommt er auf maximal 20 Stundenkilometer.
Am Straßenrand bleiben die Leute mit offenen Mündern stehen, viele bekreuzigen sich: Nicht zu fassen, eine Kutsche ohne Pferde, dafür knattert’s und knallt’s zum Gotterbarmen; und husch, sind sie vorbei: Oben, auf der lederbezogenen Sitzbank der pferdelosen Kutsche, thront Berta Benz, links und rechts von ihr die Buben.
Nach ein paar Stunden Fahrt erreichen die drei Wiesloch. Tank und Kühlwasser sind so gut wie leer und Berta Benz schickt ihre Söhne zum Brunnen und Wasser zu holen und zur Stadtapotheke um Treibstoff - am besten Ligroin zu besorgen. Apotheker Willi Ockel hatte noch 2 Liter auf Lager, ziemlich teuer übrigens, auf heutige Verhältnisse umgerechnet kostete der Liter 12 Euro. So wurde die Wieslocher Stadtapotheke zur ersten Tankstelle der Welt.
Die Wege sind staubig, völlig ausgefahren von Fuhrwerken, voller Schlaglöcher, und der Wagen hat keine Federung. Die Fahrt ist eine Qual für Mensch und Material. Berta Benz guckt immer wieder auf die Antriebskette: Kurz vor Bruchsal kracht die Kette. Sie droht zu reißen. In einer alten Schmiede findet Berta Benz Hilfe. Der Schmied ist so zusagen der erste Pannenhelfer der Auto-Geschichte.
Den verstopften Vergaser bei Weingarten macht Berta Benz mit Hilfe ihrer Hutnadel wieder flott; die starke Steigung hinter Wilferdingen schaffen sie, weil zwei Bauernjungen schieben helfen. So kommen die drei Autopioniere nach 106 Kilometern Fahrt abends bei der Oma in Pforzheim an. Stolz und glücklich telegrafiert Berta Benz ihrem Mann nach Hause: “Lieber Carl! Erste Fernfahrt ist gelungen. Sind gut in Pforzheim angekommen.”
Ich bin berührt von dieser Geschichte und voll Dankbarkeit.
Ich wünschte Berta Benz würde jetzt in diesem Moment neben mir, oder viel besser noch- statt meiner, am Steuer sitzen ( oder noch viel besser am Steuer eines dieser neuen Mercedes- Modelle ) und sehen, was sich alles aus ihrem Mut und ihrer Initiative entwickeln konnte . Künftig werde ich ihr wohl all meine Autofahrten widmen.
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