Archive für Oktober 2008

Worte sind

die Muster

unser Geist

der Webstuhl

Gesangsstunde

Hab der gelben

Gummiente die Haut

über die Ohren gezogen

und der Geisha den

blauen Kimono geliehen

bin über die Falten

des Mopses

meiner Nachbarin

gestolpert

hab mich mit den letzten

Sonnenstrahlen bemalt

und bin vor Freude über die

Flaschenböden

der Whiskyfässer

gesprungen

hab mich mit

den Eichhörnchen

auf eine Nuss

unter den Blättern

der großen Buche getroffen

und später  leuchtete

mir dann blutrotgelb

das Pfaffenhütchen

auf meinem Weg

gegen den Strom

nach Hause

Weltwirtschaftskrise

Leere Tassen

friedlich umsäumt

von den Krümeln

genussvoll verzehrten

Kuchens

Lippenstiftspuren

krönen

Sektgläser

- mal wieder

entrüstet

der Weltpolitik

eine Harke

gezeigt

Homage an Berta Benz oder: Wie man mit Mut und Pioniergeist die Welt verändern kann….und warum ich mein Auto liebe



Heute morgen fahre ich mit meine  20 Jahren alten Benz auf der Autobahn von Lahr nach Achern. Ich freue mich an meinem soliden Auto an dem gleichmäßigen Rattern des Motors und an meiner sicheren Mobilität.
Da höre ich im Radio den Namen Berta Benz fallen und folgende Geschichte :
 
5. August 1888, im Morgengrauen in der Mannheimer Waldhofstraße. Berta Benz,
die Ehefrau des Auto- Erfinders schleicht sich im Morgengrauen, als alles noch seelig schläft mit ihren beiden Söhnen aus dem Haus. Sie wollen nach Pforzheim fahren zur Großmutter.
Außer Hörweite des Hauses kurbelt sie den Motor des 1-Zylinder-4-Takt Motores an.
Jeder einzelne Takt des Benz-Patent-Motorwagens ist zu hören. Mit seinen 1,5 PS
Kommt er auf maximal 20 Stundenkilometer.
 
Am Straßenrand bleiben die Leute mit offenen Mündern stehen, viele bekreuzigen sich: Nicht zu fassen, eine Kutsche ohne Pferde, dafür knattert’s und knallt’s zum Gotterbarmen; und husch, sind sie vorbei: Oben, auf der lederbezogenen Sitzbank der pferdelosen Kutsche, thront Berta Benz, links und rechts von ihr die Buben.
 
Nach ein paar Stunden Fahrt erreichen die drei Wiesloch. Tank und Kühlwasser sind so gut wie leer und Berta Benz schickt ihre Söhne zum Brunnen und Wasser zu holen und zur Stadtapotheke um Treibstoff - am besten Ligroin  zu besorgen. Apotheker Willi Ockel hatte noch 2 Liter auf Lager, ziemlich teuer übrigens, auf heutige Verhältnisse umgerechnet kostete der Liter 12 Euro. So wurde die Wieslocher Stadtapotheke zur ersten Tankstelle der Welt.
 
Die Wege sind staubig, völlig ausgefahren von Fuhrwerken, voller Schlaglöcher, und der Wagen hat keine Federung. Die Fahrt ist eine Qual für Mensch und Material. Berta Benz guckt immer wieder auf die Antriebskette: Kurz vor Bruchsal kracht die Kette. Sie droht zu reißen. In einer alten Schmiede findet Berta Benz Hilfe. Der Schmied ist so zusagen der erste Pannenhelfer der Auto-Geschichte.
 
Den verstopften Vergaser bei Weingarten macht Berta Benz mit Hilfe ihrer Hutnadel wieder flott; die starke Steigung hinter Wilferdingen schaffen sie, weil zwei Bauernjungen schieben helfen. So kommen die drei Autopioniere nach 106 Kilometern Fahrt abends bei der Oma in Pforzheim an. Stolz und glücklich telegrafiert Berta Benz ihrem Mann nach Hause: “Lieber Carl! Erste Fernfahrt ist gelungen. Sind gut in Pforzheim angekommen.”
 
Ich bin berührt von dieser Geschichte und voll Dankbarkeit.
Ich wünschte Berta Benz würde jetzt in diesem Moment neben mir,  oder viel besser noch- statt meiner, am Steuer sitzen ( oder noch viel besser am Steuer eines dieser neuen Mercedes- Modelle ) und sehen, was sich alles aus ihrem Mut und ihrer Initiative entwickeln konnte . Künftig werde ich ihr wohl all meine Autofahrten widmen.
 

 

 

 

 

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